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Berufsbegleitende Fortbildungsreihe

Ästhetische Bildung im Kindergarten und in der Grundschule zur Förderung grundlegender Lernstrategien

Hintergrund

Dass künstlerische Arbeit Freude macht ist nicht neu – Methoden der Kunsterziehung gezielt zur Förderung von grundlegenden Lernstrategien einzusetzen, um damit die Schuleingangsvoraussetzungen der Kinder zu verbessern, schon.

Die Ergotherapeutin und Pädagogin Monika Kowalski-Riemann und die Künstlerin und Bildungsreferentin für den Bereich Schule Annette Süß haben hierfür ein Konzept entwickelt, das in Zusammenarbeit mit FABIDO Familienergänzende Bildungs- einrichtungen für Kinder in Dortmund und dem Regionalem Bildungsbüro der Stadt Dortmund realisiert wird.

Entwicklungsrückstände, Teilleistungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten im Grundschulalter werden zunehmend beklagt. Bewegungsmangel und zunehmender Medienkonsum bereits im Vorschulalter sind hinlänglich bekannte Begründungen für diese Entwicklung. Um der Situation gerecht zu werden und pädagogische Handlungskompetenz zu entwickeln, müssen wir uns auf die grundlegenden Faktoren, die Lernen erst möglich machen, besinnen.

Spüren – Bewegen – Sehen – Hören
– Riechen – Schmecken – Fühlen

Die Ausbildung der Sinne ist die Grundlage allen Lernens. Über die Entwicklung der Sinne erfährt und begreift das Kleinkind seinen eigenen Körper und seine Umwelt. Die hirnphysiologische Reifung ist grundlegend mit der Entfaltung der Sinne verbunden. Motorische und intellektuelle Fähigkeiten entwickeln und stabilisieren sich im integrativen Zusammenspiel der Sinne bis ins hohe Alter.

Hat ein Kind die Möglichkeit, die Welt mit allen Sinnen zu begreifen und zu ergreifen, dann ist ein stabiler Grundstock für alles weitere Lernen und Leben vorhanden. Durch eine sichere Körpereigenwahrnehmung hat das Kind die Möglichkeit, seine Umwelt mutig und neugierig zu erforschen, ein gutes Selbstwertgefühl und soziale Kompetenz kann sich begleitend entwickeln.

Aber warum haben so viele Schülerinnen und Schüler bei Lernschwierigkeiten, selbst mit großem Lernaufwand, so geringe Erfolge?

Um diese Frage beantworten zu können, schauen wir zurück auf grundlegende Voraussetzungen für das Lernen – die Aufnahme, die Weiterleitung und Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen und weiterführend von Wissensinhalten.

Die Hand-Augen-Koordination, die Form-Grund-Wahrnehmung, das Raumbewusstsein, die Fähigkeit zu Klassifizieren, die selektive Aufmerksamkeit (als Beispiele) sind Leistungen die Lernprozesse erst möglich machen und die im Kleinkindalter erworben werden.

Aber wie werden diese grundlegenden
Fähigkeiten erworben?

Durch möglichst vielfältige, bewegte und oft wiederholte sinnliche Erfahrungen. Durch ausdauerndes und anregendes kindliches Spielen vor allem auch im Freien. Aber die Lebenswelt der Kinder hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend verändert. War in der Vergangenheit das freie und entdeckende Spiel in naturnahen und damit anregungs­vielfältigen Außenräumen noch fester Bestandteil des Alltags, so sind heute diese Freiräume immer mehr verschwunden.

Aber nicht nur die Veränderung der äußeren Lebensbedingungen, sondern auch die veränderten Lebensgewohnheiten der Familien, haben zu einer Einschränkung der täglich erlebten Sinneserfahrungen geführt. Der verplante und mit Erwerbsarbeit angefüllte Alltag der Eltern ist mitbestimmend für die innerfamiliäre Erfahrungswelt der Kinder. So ist das Familienleben häufig durch eine eher konsumtive als produktive Freizeitgestaltung geprägt.

Die oben kurz skizzierte Situation führt dazu, dass viele Kinder zum Zeitpunkt ihrer Einschulung deutliche Entwicklungsrückstände in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit und ihrer altersentsprechenden Bewegungsfähigkeit haben. Sind diese grundlegenden Fähigkeiten nicht ausreichend ausgebildet, führt das zu Lernproblemen, die nur sehr schwierig im üblichen schulischen Alltag aufzufangen sind.

Was ist Ästhetik
und ästhetisches Empfinden?

Ästhetik das ist die Lehre von der Harmonie in der Natur und in der Kunst. Ästhetisches Empfinden ist eine angeboren primäre Fähigkeit und wird entsprechend der Lebensbedingungen (Umwelt / Familie usw.) und der entsprechenden Körperverfassung (Hörvermögen / Sehvermögen usw.) individuell und lebenslänglich weiterentwickelt und ausdifferenziert.

Dank dieser Fähigkeit sind wir in der Lage, sinnliche Wahrnehmungen als angenehm oder als unangenehm zu unterscheiden. Diese immer sich auch auf der Körperebenen äußernde Wahrnehmung beeinflusst ganz wesentlich unsere Bereitschaft, uns der dargebotenen Situation gegenüber zu öffnen oder auch zu verschließen. Das heißt natürlich auch, neue Erfahrungen, also auch Lernen, zuzulassen oder uns zu verweigern.

Kindern mit Hilfe von prozesshaften, sinnlichen und in der Erfahrung als ästhetisch empfundenen Arbeitsprozessen, grundlegende Lernstrategien zu vermitteln, ist deshalb von besonderer Bedeutung für den Lernerfolg.

Leitsätze einer zeitgemäßen
ästhetischen Bildung

Zielsetzungen der ästhetischen Bildung zur Unterstützung
und Entwicklung grundlegender Lernstrategien

Durch die Schulung der Sinne unterstützt die ästhetische Bildung die Entwicklung der kinästhetischen, visuellen und auditiven Wahrnehmung. Diese wiederum sind die Grundlagen für unterschiedliche Lernprozesse.

Integration der Hirnhemisphären

Die Aktivierung beider Gehirnhälften und ein fließender Wechsel zwischen ihnen sind Voraussetzung für schulische Lernprozesse. Eine mangelnde Integration der Hirnhemisphären ist die Ursache vieler Lernprobleme.

Bei Rechtshändern haben sich in der linken Gehirnhälfte beispielsweise folgende Fähigkeiten entwickelt: das lineare, logische und symbolische Denken; weiter finden wir hier die abstrakten, realistischen und zeitbezogenen Fähigkeiten. In der rechten Hirnhälfte finden wir das ganzheitliche, das konkrete und das intuitive Denken. Auch die nonverbalen, fantasievollen und zeitlosen Fähigkeiten finden wir hier.

Durch gezielte Anleitung prozessorientierter Arbeit kann eine gleichzeitige, integrative Stimulation beider Gehirnhälften erfolgen. Hierzu ist es notwendig, sich die "Wirksamkeit" einzelner Handlungsabläufe im Arbeitsprozess bewusst zu machen.

Entwicklung von Teilleistungs-
fähigkeiten

Durch spielerische Übungen und facettenreiche prozessorientierte Arbeit in der ästhetischen Bildung können folgende Teilleistungsfähigkeiten erworben bzw. vertieft werden:

Heben des Energieniveaus

Lernen kann nur fließend erfolgen, wenn das Energieniveau ausreichend und stabil ist. Folgende Faktoren können sich u.a. negativ auf das Energieniveau auswirken:

Bewusster Umgang mit den oben genannten Faktoren kann eine grundlegende Voraussetzung für eine positive und energetische Lernsituation schaffen.

Zum aktiven Lernen motivieren

Lernen ist dann erfolgreich, wenn die Eigeninitiative der Kinder aktiviert wird und die Bedürfnisse der Kinder ausreichend Berücksichtigung finden. Alltagsorientierte Inhalte, aus der Erlebniswelt der Kinder, die zum Fragen, Experimentieren und Nachdenken auffordern, motivieren die Kinder zum aktiven Lernen. Innerer Antrieb ist die beste Voraussetzung zum freudvollen Lernen.

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Ansprechpartnerin

Sie interessieren sich für dieses Projekt oder haben Fragen? Dann sprechen Sie uns bitte an!

Ihre Ansprechpartnerin ist:
Annette Süß

Tel.: (0231) 14 80 12
Fax: (0231) 14 79 42
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Bildungsprogramm

Unser Bildungsprogramm enthält regelmäßig Fortbildungsangebote zum Thema "Kunst und Pädagogik" – siehe Bildungsprogramm...